.
.:bootlab:.

bootlab e.v.
gerichtstr 65
13347 berlin/germany
bootlab at bootlab dot org

mission -->
events -->
projects -->
members -->

2008 -->
2007 -->
2006 -->
2005 -->
2004 -->
2003 -->
2002 -->
2001 -->
2000 -->

>>43characters >> -->
>_silent_night>43characters >> silent night -->
"north avenue club" -->
gemeinsam utube gucken (test event) -->
nerd-prostitution -->
speaking books -->
the oil of the 21st century -->
screenings -->
open source tools in design education -->
pirate cinema -->
radio bar -->
radiobar -->
amerikanische botschaft -->
in absentia -->
bootlab raum 3 -->
kino raum 3 -->
reboot.fm -->
bar im radio -->
attachment -->
copy cultures -->
real -->
last tuesday -->



This project has been funded with support
from the European Commision.
<-- back

                                                   1936, 12 min, 167886848 bytes

                      von Jean-Luc Godard, mit Jane Birkin und Les Rita Mitsouko
                                                   1987, 81 min, 947320832 bytes

                                            Sonntag, 20. Februar 2005, 21:00 Uhr
                                          Pirate Cinema Berlin, Ziegelstrasse 20
                                    S Oranienburger Strasse, U Oranienburger Tor

                                                                      Free entry
                                                                    Cheap drinks
                                                               Bring a blank DVD

--------------------------------------------------------------------------------

Das Einzige, was wir von der Berlinale gesehen haben, war eine am Hackeschen
Markt geparkte dunkle Limousine mit der Aufschrift "Cinema for Peace". Was
Dieser "Krieg gegen Piraterie" ist zuallererst ein Krieg gegen die eigene
Kundschaft und wird als solcher auch beworben. Sich selbst von hinten, entweder,
"Raubkopierer sind Verbrecher", nach der Verhaftung in Handschellen oder, "hart
aber gerecht", kurz vor der Vergewaltigung durch zwei Mitgefangene, sieht jeder,
Waffenindustrie noch nicht gekommen ist. Dann ist der "Krieg gegen Piraterie"
auch ein Krieg gegen die eigenen Angestellten, diese angebliche Arbeiterklasse
Studium aufgenommenen Kredite nicht bezahlen kann, und das nicht etwa, weil
ihnen das Eigentum an den Produktionsmitteln vorenthalten wird, die weltweite
wegen der Verbindung von Computern mit dem Internet. Vor allem aber ist der
eine Generalisierung der individuellen Rechte, und die digitale, die eine
Generalisierung des individuellen Datenaustauschs durchgesetzt hat. Was das
seitdem nicht nur, wer den Kopierschutz einer DVD umgeht oder eine Videokamera
die Bilder zu verzichten, zeigt uns das Kino seine vermeintlichen Rechte:
wahrzunehmen, digital zu managen droht. Denn die Enteignung der Leute, so der
Traum des Kinos, muss, um irreversibel zu bleiben, nicht nur juristisch
vollzogen, sondern technisch implementiert werden - ein Krieg, den Orwell sich
und von dem noch die geringste Ahnung im Nebel von Public Relations und
Welt, die nach einem Sohn benannt ist, der Vaters Wagen zu Schrott gefahren hat)
zu zerstreuen das Programm der Berlinale ist. Das Kino des 21. Jahrhunderts ist

Es ist gegen Ende des 20. Jahrhunderts, als beim Idioten das Telefon klingelt.
Norditaliens. In diesem Moment, genau in diesem Moment, klingelt das Telefon.
Ein Wagen werde im Tal auf ihn warten, und ein Ticket am Flughafen. Unter diesen
Bedingungen, und nur unter diesen Bedingungen, werde man dem Idioten vergeben.

Wir sind keine Freunde des Alten Europa, und so haben Sie sicher gleich gemerkt,
dass der letzte Absatz nicht von uns stammt, sondern von Godard. So beginnt
("Keep Up Your Right") jene Doppeldeutigkeit besitzt, die erst im Deutschen
vorneweg zeigen werden, ums Boxen, sondern ums Filmemachen. Den Idioten spielt
er selbst, und das kommt auch hin, denn schon die erste Szene zeigt, dass dieser
nicht nur das Neue Europa und dessen amerikanisches Kino, sondern - wie,
Tennis und die Neuen Sportwagen verachtet. Verallgemeinert lautet Godards These,
des Kinos sei zuende: das Kino sei tot, liege im Sterben, befinde sich in der
Beispiel der Musikindustrie - verschwindet nicht, sondern stirbt jahrzehntelang,
getrieben nur noch von dem Wunsch, so viel mit in den Tod zu reissen wie nur
Sie sich vielleicht einfach an das folgende Schema: Fernsehen - tote Zeit,
Computer - lebendige Zeit, Kino - die Zeit der lebenden Toten. Das klingt jetzt
etwas pathetisch, aber es ist ja vermutlich klar, worauf wir hinauswollen.

--------------------------------------------------------------------------------

                                                                     ()
                                                                     ><
                                                            www.piratecinema.org

<-- back